Auf geht’s in die Saison 2026. Der Start meiner diesjährigen Saison fiel wieder auf das Race Around Niederösterreich. Warum? Die Organisation ist der absolute Hammer und die Strecke ist mehr als fordernd. Erst ein langer flacher Teil bevor es in die Berge geht. Bei meinen letzten Teilnahmen war das Wetter immer durchwachsen. Trockene und nasse Abschnitte wechselten sich gut ab. So gab es immer von jedem was. 2026 sollte es aber anders kommen. Aber fangen wir von vorn an.
Das Team
Für das RAN wollten wir die Crew wieder einwenig umstellen und auch mal neuen Leuten die Chance geben ein Abenteuer mitzuerleben. Das Rennen ist durch die nur 600 km recht kurz und bietet so auch Betreuern mal die Möglichkeit in den Ultra Sport reinzuschnuppern. So kam es, dass Dimi von den IsarRadlKids neu ins Team kam und Matze, der schon einmal dabei war, wieder an Bord war. Abgerundet wurde das Team von Maurice und Jenny. Wir reisten am Donnerstag wieder zu unserer Lieblingsunterkunft, dem Stoagrawihof, an. Das Pacecar hatten Jenny und ich im Vorfeld schon hergerichtet. Was den Druck und Stress deutlich reduzierte. So holten wir in Ruhe unsere Startbox und beklebten abends das Pacecar. Vielen Dank an dieser Stelle an Spedition Höcketstaller für die Bereitstellung des PaceCars.

Freitag vor dem Start
Der Start sollte am Freitag um 16:20 Uhr erfolgen. Somit startete der Tag für uns mehr als entspannt. Immer wieder richtete sich mein Blick aus dem Fenster oder auf mein Handy in irgendeine Wetter App. Noch war es trocken. Nur kleine kurze Schauer gab es bis jetzt. Aber die Vorhersagen waren alles andere als gut.
Gegen Mittag ging es für uns Richtung Weitra. Technical Check stand als erstes auf dem Plan. Mit guter Routine meisterten wir den Check problemlos. Kein geringerer als Thomas Krutis nahm unser Fahrzeug ab. Er war 2025 Zweiter beim Race Around Austria über 1.500 Kilometer.
Nach dem Check hieß es warten bis zum Start. Wie immer habe ich mich erst mal zurückgezogen und mir meine Zeit für meine letzten Momente genommen. Danach füllte sich der Pre Start Bereich. So hatte man Zeit noch alte Bekannte und gute Freunde zu treffen.
Der Start und der erste Vorbote
Kurz vor 16:20 Uhr wurde ich auf die Bühne gerufen. Das letzte Interview. Einklicken, Blick nach vorn und los. Wir waren auf der Strecke. Raus aus Weitra und ein erster kurzer Regen setzte ein. Es war der Vorbote auf das was folgen sollte. Aber erstmal blieb es trocken. Ich konnte gut meine Werte halten und wir konzentrierten uns erstmal ans Reinkommen. Nach und nach überholten wir einen nach dem anderen. Nach gut 2,5 Stunden lag ich schon auf Platz zwei. Ab da lieferte ich mir bis in die Nacht ein Duell um die vorderen Plätze.





Mitternacht und das Wetter schlägt zu
Dies sollte in der Nacht aber ein jähes Ende finden. Gegen Mitternacht setzte der Regen ein. Nicht langsam sondern mit Schwung. Die Temperaturen sanken bis kurz über den Gefrierpunkt. Jetzt war jedem klar, dass es diesmal wirklich hart werden sollte.
Mittlerweile waren wir schon recht weit Richtung Wiener Neustadt vorangekommen. Zeitlich waren wir trotz des Wetters immer noch sehr gut unterwegs. In Wiener Neustadt angekommen war alles wie immer. Jede rote Ampel war meine Ampel. Ständiges Stop and Go. Kurz hinter Wiener Neustadt mussten wir einen Stopp einlegen da ich dringend trockene Sachen benötigte. Es gab ein paar Nudeln und mir wurden neue trockene Sachen angezogen. Also ging es nochmal aufs Zeitrad und weiter Richtung Semmering.
Das Wetter 2026 schrieb Geschichte beim RAN. Nahezu durchgehender Regen über die gesamte Renndauer, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, starker Wind und kurz vor St. Aegyd sogar Schneeregen. Die Folge war die höchste Ausfallquote der bisherigen Rennhistorie. Rund ein Viertel der Starter erreichte das Ziel nicht.




Endlich die Berge
Endlich stand der Radwechsel an. Ab jetzt ging es in die Berge. Hierauf freute ich mich riesig da ich die Berge liebe. Zeitlich hatten wir durch das Wetter Federn gelassen. Aber das ging allen so. Auch kamen die ersten Meldungen von DNFs anderer Fahrer rein. Mir war klar, dass wir jetzt keine Fehler machen dürfen. Nicht um eine Platzierung einzufahren sondern schlicht zum Ankommen. Überlebensmodus war jetzt das Motto.


Das Wetter war immer noch miserabel. Ständiger Regen bei einstelligen Temperaturen lädt nicht wirklich zu ausgedehnten Radtouren ein. Bergauf war das teilweise nicht wirklich ein Problem für mich. Bergab allerdings stellte sich das gerade bei den langen Abfahrten als massives Problem dar. Die Hände waren mittlerweile so kalt, dass jede Bremsung massive Schmerzen verursachte.
Im Höllental gesellte sich dann noch heftiger Gegenwind zum Regen. Somit war das Mistwetter komplett. In St. Aegyd war wieder Pflichtstopp mit Interview angesagt und danach ging es ohne Pause direkt weiter.
Die letzten Kilometer
Mittlerweile hatte ich meine letzten trockenen Sachen an. Ich hatte in meinem Kopf nur noch das Ziel. Alles andere hatte ich mittlerweile komplett ausgeblendet. Egal wen man auf der Strecke überholte, man sah, dass das gesamte Starterfeld durch war und auf dem Zahnfleisch ging.
Nach den Bergen wechselten wir bis kurz hinter der Donau nochmal auf die Speedmachine und machten kräftig Tempo. Dann standen die letzten langen Anstiege auf dem Plan. Hier war es wieder erwartend teils sogar leicht sonnig.

Die letzten Kilometer Richtung Weitra. Man konnte schon erahnen dass es knapp wird. Nicht von der Zeit her, sondern über Weitra hing eine schwarze Wand. Der Vorbote für neues Unwetter. Ich versuchte nochmal alle Reserven zu mobilisieren um möglichst schnell ins Ziel zu kommen und so dem Unwetter zu entgehen. Aber das gelang mir nicht. Keine 2 km vor Weitra wurden wir nochmal komplett auf die Probe gestellt. Heftiger Wind und Starkregen begleiteten uns die letzten 2.000 Meter ins Ziel.
Fazit
Unterm Strich war es dennoch ein mega geniales Rennen. Mit Platz 12 kann ich hier mega zufrieden sein. Bei diesen Bedingungen ist das Erreichen des Ziels schon ein Sieg. Eine Crew die alles gegeben hat und jedes Problem löste. Die Routine wird immer besser. Kein Stress sondern mit viel Ruhe und Hingabe wurde mir das Leid so erträglich wie möglich gestaltet. Vielen Dank euch vieren!
Ein neues Zeitrad das jeden Euro wert ist. Vor allem die Scheibenbremsen haben mir diesmal viel Sicherheit gegeben. Ein Ernährungskonzept das von Minute 1 bis ins Ziel funktionierte. Kein Einbruch, keine Überraschungen. Volle Kontrolle bis ins Ziel.
Ich freue mich auf die bevorstehenden Rennen und bin auch einwenig traurig, dass das RAN mein einziges Supported Rennen dieses Jahr sein wird. Es ist und bleibt einfach ein besonderes Rennen. Nicht wegen der Bedingungen. Sondern trotz ihnen.
Vielen Dank an meine Sponsoren für die Unterstützung.


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