Race across Austria 2026 – 1000 km Nord-Süd Für mich war das immer schon ein Traum, lange Distanzen im Unsupported-Bereich fahren. Dieses Jahr war es dann so weit. Ich habe mich für beide Varianten des Race across Austria angemeldet, einmal Nord-Süd und einmal Ost-West. Den Anfang machte die Nord-Süd-Strecke: 1000 km, 15.000 Höhenmeter, Zeitlimit 88 Stunden im Race-Block. Start und Ziel in Linz. Gestartet bin ich dennoch erstmal im Adventure Block in dem man ein wenig mehr Zeit hat. Wertung erfolgt sowieso gemeinsam.
Vorbereitung und Anreise
Montags bin ich nach Linz gereist. Erste Amtshandlung: Startunterlagen holen, Dropbags befüllen und den obligatorischen Bike Check erledigen. Danach noch einen ruhigen letzten Abend auf einem Campingplatz nahe Linz.


Linz – Litschau – Linz (Basecamp 1 und 2)
Der Start erfolgte am Dienstag um 10:12 Uhr. Meine Startnummer war CAP 38. Ich war total nervös. So nervös, dass ich glatt vergessen habe, den Garmin zu starten und die Strecke zu laden. Pierre Bischoff hat noch ein letztes Interview mit mir gemacht, dann hat Steff Wagner mich auf die Strecke geschickt. Erst da ist mir aufgefallen, dass der Garmin noch nicht lief. Schnell nachgeholt. Fehler wie zu meinen Anfangszeiten dachte ich mir noch so.


Bis Weitra war es eine entspannte Fahrt. Kurz vor Weitra kam der erste Regen. Ich musste etwas schmunzeln innerlich und an das Race around Niederösterreich denken. Irgendwann habe ich dann Litschau und somit Basecamp 1 erreicht. Dort habe ich mich kurz verpflegt und bin im Regen weiter Richtung Linz. Nach gut 15 Stunden war ich wieder zurück in Linz. Somit war der erste Abschnitt geschafft.


Linz – Eisenkappel (Basecamp 3)
Von Linz ging es weiter nach Eisenkappel. Dort wollte ich meinen ersten richtigen Schlaf machen. Der Plan war eigentlich simpel: die große Runde Litschau-Linz ohne große Standzeiten fahren und erst in Eisenkappel schlafen. Hat theoretisch hat dies gut geklungen.
Aber nach gut 20 Stunden kamen dann die ersten Probleme. Normalerweise kann ich bis zu 35 Stunden fahren, ohne dass Schlafentzug ein echtes Problem wird. Dies klappte diesmal auf Grund der heißen Temperaturen nicht. Statt einem kurzen Powernap irgendwo am Rand bin ich weitergefahren. Das war im Nachhinein absolut dämlich. Die Pace ist in den Keller gegangen.

Dazu kam ab der Hälfte der Etappe noch was dazu, was mir wirklich Probleme gemacht hat. Beidseitig am Hintern wurden die Druckstellen immer schlimmer und wurden zu merklichen Scheuerstellen. Ich habe gemerkt, dass da gerade was aufgeht. In Eisenkappel angekommen, war es dann auch so. Zwei blutige Wunden konnte ich am Innenleben meiner Bib sehen. Ich habe mich geduscht, gegessen und versucht, anderthalb Stunden Schlaf zu bekommen.
Eisenkappel – Irdning (Basecamp 4)
Nach der kurzen Schlafpause ging es weiter Richtung Irdning. Sitzen war zu diesem Zeitpunkt kaum noch möglich. Diese Etappe hatte die längsten Anstiege und die meisten Höhenmeter aufzuweisen. Vor allem der Sölkpass als letzter großer Brocken.
Morgens habe ich mir erst mal einen Bäcker gesucht und ausgiebig gefrühstückt.
Mein größtes Problem blieb der Hintern. Komplett offen und dazu kam der massive Schlafentzug, der langsam an die Substanz ging. Ich habe immer mehr Selbstgespräche geführt, einfach um nicht einzuschlafen. Zu der Zeit musste ich erste Schmerzmittel nehmen, weil ich die Sitzschmerzen sonst nicht mehr ausgehalten hätte. Am frühen Abend habe ich Irdning erreicht. Völlig erschöpft. Die Wärme des Tages hat noch mal alles gegeben.





Irdning – Linz (Ziel)
In Irdning habe ich noch mal ein Powernap gemacht, um Kraft zu tanken. Dann ging es in die letzte Etappe. Rund 190 km, ungefähr 1.600 Höhenmeter. Eigentlich eine entspannte Etappe, aber sie wollte nicht zu Ende gehen und zog sich immens. Ich musste diese gesamte Etappe komplett im Stehen gefahren. Sitzen war schlicht nicht mehr drin.
Dazu der Kampf, die Augen offenzuhalten. Aber es gab auch Momente, die einfach wunderschön waren. Der Sonnenaufgang am Traunsee zum Beispiel. Den Hallstätter See habe ich diesmal verpasst, da war es noch dunkel.
Nach 71 Stunden und 16 Minuten bin ich dann in Linz ins Ziel gerollt.



Fazit
Das RACA1000 Nord-Süd ist ein brutales Rennen. 1000 km, 15.000 Höhenmeter und kein Support von außen. Alles muss man selbst regeln. Die Strecke führt von Linz zum nördlichsten Punkt Österreichs in Litschau, dann runter zum südlichsten Punkt nach Eisenkappel, durch Kärnten, über den Sölkpass, durch die Steiermark zurück nach Linz.
Wer das fahren will, muss sich das vorher gut überlegen.
Würde ich es wieder machen? Ja. Ohne Frage.
Im August geht es weiter mit der Ost-West-Variante. Und diesmal weiß ich, worauf ich zu achten habe. Das Learning war immens.


2 Responses
Hut ab und Respekt Falko!!👍👌💪💪🦵🦵
Klingt sehr schmerzhaft, aber stark von dir das du das so konsequent durchgezogen hast. Eine ganze Etappe im stehen. Wahnsinn!
Gratuliere 🍺🍺🍺🍺
Robert
Hallo Robert vielen lieben Dank. Es wird mir definitiv als eines meiner schweren Rennen im Kopf bleiben. Aber es gab auch mega viele schöne Momente